Die Schifffahrt in Nordhorn …

Schifffahrt wurde nicht nur auf den Weltmeeren betrieben, sondern auch im Binnenland. Flüsse und Kanäle bildeten hier die wichtigsten Verkehrsverbindungen. Nordhorn stellte früher einen Kreuzungspunkt für die Binnenschifffahrt dar. Das Modell einer Torfmutte, sowie von Zompen und Schuiten und einige alte Fotos können jedoch nur einen winzigen Ausschnitt aus der früheren Nordhorner Schifffahrt zeigen.

Zwischen 1820 und 1830 war der Haupterwerbszweig dieser Stadt der Schiffbau auf 5 Werften. 14 Binnenschiffe hatten hier ihren Heimathafen und in der Stadt gab es 4 Hafenbecken bzw. Landeplätze. Die auf zwei Armen um den alten Stadtkern fließende Vechte stellte nämlich eine direkten Zugang zur Nordsee über Zwolle bis nach Amsterdam dar.

Sie führte leider im Sommer wenig Wasser und nach der Kanalisierung der Ems ging die Schifffahrt hier zurück, während sie in Papenburg, Leer und Lingen zunahm. Ab 1848 entwickelte sich Nordhorn dann zu einem Zentrum der Textilindustrie mit bis zu 12.000 Arbeitsplätzen in dieser Branche. Davon sind leider keine mehr übrig geblieben.

In den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde ein System der sog. Linksemsischen Kanäle erbaut, auf dem dann bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wieder eine Binnenschifffahrt stattfand. Danach fielen diese in einen Dornröschenschlaf und leider wurden auch niedrige Brücken darüber errichtet.

Mit einem Verein namens „Graf Ship“ haben wir uns bemüht, die Tradition der Nordhorner Binnenschifffahrt wieder zu beleben und wenigstens einen Teil der linksemsischen Kanäle für die Sportschifffahrt befahrbar zu machen. Damit haben wie auch schon einige Erfolge erzielt, so dass Nordhorn sich inzwischen „Wasserstadt“ nennt. Der Verein konnte mit Hilfe von Sponsoren auch zwei 75 und 86 Jahre alte Kanalschiffe erwerben, von denen eines gerade hier auf dem Landwege eingetroffen ist und wieder in einem früheren Hafenbecken liegt.

Das Museum verfügt über zwei größere Ausstellungsräume, zwei Bibliotheksräume mit etlichen tausend Titeln aus der Schifffahrtsgeschichte. Einen Veranstaltungsraum mit 52 Plätzen und Vorführanlagen für Videofilme, Büro, Konferenzraum, Archiv und Werkstatt für Restaurierungen, sowie Einrichtungen für die Betreuung von Besuchern wie Empfang, Garderoben, Kombüse, WC’s und 15 Parkplätze.

Eine Auswahl an Exponaten finden Sie unter dem Menü rechts.

Wir erwarten gern Ihren Besuch. In diesem Sinne „ahoi“.
Ihr Schifffahrts-Museum Nordhorn.